Löwe, Krokodil & Co. „passen nicht ins Konzept“

Mit den Frühjahrs-Arbeitseinsätzen sind wir so gut wie durch: Thorsten und Timo, die sie organisieren, haben neue Latten gestrichen und gegen alte ausgetauscht, unser Trupp aus etwa 15 Vereinsmitgliedern hat die etwa 50 grünen Bänke und Tischgruppen geschliffen und gestrichen (samt oft stinkenden Mülleimern), und auch die vier Wildtiere auf dem Spielplatz bekamen eine Runderneuerung. Sehr zum Leidwesen der Kinder, denen wir dann gerne erklären, dass das Holz auch gepflegt werden muss. Da wir aber immer nur zwei Tiere an einem Tag schrubben, fegen und streichen, gibt es Alternativen.

Unstimmigkeiten gibt es zwischen Verein und Stadtverwaltung hinsichtlich der anstehenden Neugestaltung des Spielplatzes. Schon früh wurde uns von der sehr engagierten Planerin mitgeteilt, dass die vier Wildtiere „nicht in das Konzept passen“; ohne Widerrede, bitte! „Wir begrüßen es, dass der Spielplatz mit Altreifenlager umgestaltet wird!“ so unser Vereinsvorsitzender. Die Planerin von der Stadt hat dem Verein auf Nachfrage an zwei Treffen den jeweiligen Planungsstand dargestellt, und wir haben auch für die Kinder- und Jugendbeteiligung geworben. „Der neue Spielplatz wird bestimmt auch für andere Kinder aus der Stadt eine Attraktion.“ Das Großspielgerät, das vor nunmehr etwa 15 Jahren von der Stadt auf Drängen und mit finanzieller Unterstützung des Vereins angeschafft wurde, ist nicht mehr standsicher und soll aber für andere Geräte dieser Bauart als „Ersatzteillager“ dienen; das ist sinnvoll.

„Spielplatz wird Attraktion“

Dass aber die aus Stämmen aus dem Eversten Holz gefertigten Wildtiere entfernt werden sollen genauso wie die Tischgruppe, nur weil im Eversten Holz bekanntermaßen keine Wildtiere leben, stößt beim Verein auf Unverständnis: „Wir haben ein Auge auf diese Tiere und sorgen dafür, dass sie möglichst lange halten.“ Beim Nilpferd und dem Löwen ist das Zeitliche in einigen Jahren gesegnet, denn die Pilze tun im Verborgenen ihre (natürliche) Arbeit. Und vermutlich ältere Kinder und Jugendliche haben ihre Kräfte ausprobiert und bei den Unterkiefern dieser beiden schon mal etwas nachgeholfen. Da wir die Tiere aber im Blick haben – auch außerhalb unserer Frühjahrseinsätze, würden wir auch hier dafür sorgen, dass sie repariert oder irgendwann in Zusammenarbeit mit der Schlossgartenverwaltung auch entsorgt werden.

„Wie halten Sie und die Stadtverwaltung es mit der Wertschätzung des Ehrenamtes?“

Noch anders sieht es bei der Tischgruppe am Spielplatz und den drei weiteren auf der Liege- und Spielwiese aus: Auch sie wurden vom Verein angeschafft und sollen alle weg, teilweise ersetzt durch neue Sitzmöglichkeiten. Sie sind allerdings dauerhaft nutzbar, weil wir angerottete Hölzer ersetzen, die anderen sowie das Metallgestänge regelmäßig streichen. Ein mehrmals vom Verein gesuchtes Gespräch mit der Denkmalpflege kam bislang nicht zustande. „Wie halten Sie es die Stadt mit der Wertschätzung des Ehrenamtes?“, fragte der Vereinsvorsitzende die Mitglieder des Umweltausschusses der Stadt. „Warum ist man so unflexibel in der Verwaltung und kann diese Geräte nicht ins neue Konzept einbauen? Was meinen Sie, wie so etwas auf die die schon lange Aktiven im Verein wirkt, wenn ihre Arbeit so geringgeschätzt wird?“

Mit Nachhaltigkeit hat das wenig zu tun. Einige Ratsmitglieder signalisierten denn auch der Verwaltung, dass hier noch Gesprächsbedarf mit dem Verein bestehe.

Das Konzept der Spielplatzgestaltung hat die Stadt mittlerweile veröffentlicht.